ReFerryEntschädigung bei Fährstörungen

Fahrgastrechte

Fähre verspätet oder annulliert? Was Ihnen die Verordnung (EU) Nr. 1177/2010 gibt

Wenn eine Fähre Sie am Kai stehen ließ oder Sie Stunden nach der planmäßigen Zeit an Ihr Ziel brachte, kann Ihnen nach europäischem Recht Geld zustehen. Diese Seite erklärt, was zählt, wie viel Sie fordern können und aus welchen Gründen ein Beförderer ablehnen darf.

Was die Verordnung abdeckt

Die Verordnung (EU) Nr. 1177/2010 regelt die Rechte von Fahrgästen im See- und Binnenschiffsverkehr. Sie gilt für die meisten Fährdienste, die von einem EU-Hafen abfahren, und für Dienste, die an einem solchen ankommen, sofern der Beförderer in der EU ansässig ist. Sie umfasst Verspätung, Annullierung sowie Information und Betreuung während der Wartezeit.

Drei Artikel tragen die Hauptlast. Artikel 18 regelt, was Ihnen zusteht, wenn eine Fahrt annulliert wird oder mehr als 90 Minuten verspätet abfährt: nach Ihrer Wahl die volle Erstattung oder eine anderweitige Beförderung. Artikel 19 ist die Entschädigung für eine verspätete Ankunft. Artikel 20 listet die Umstände auf, unter denen der Beförderer Artikel 19 nicht zahlen muss.

Zwei verschiedene Uhren. Die Entschädigung nach Artikel 19 hängt davon ab, wann Sie ankamen — eine Fähre, die eine Stunde zu spät abfährt und die Zeit auf See aufholt, begründet danach keinen Anspruch. Artikel 18 dagegen blickt auf die Abfahrt: Wurde die Fahrt annulliert oder fuhr sie mehr als 90 Minuten zu spät ab, durften Sie zwischen Erstattung und anderweitiger Beförderung wählen — selbst wenn Sie am Ende ungefähr pünktlich ankamen.

Wenn Ihre Fahrt annulliert wurde

Artikel 18 gibt Ihnen die Wahl, und es ist Ihre Wahl, nicht die des Beförderers: anderweitige Beförderung zu Ihrem Ziel ohne Aufpreis oder volle Erstattung des Fahrpreises, die binnen 7 Tagen zu zahlen ist. Dasselbe Recht gilt, wenn eine Abfahrt um mehr als 90 Minuten verspätet ist.

Zwei Dinge machen dies stärker als einen Verspätungsanspruch. Es gibt keine Bedingung zur Fahrtdauer — eine annullierte Überfahrt von 100 Minuten schuldet dieselbe volle Erstattung wie eine annullierte Nachtfahrt. Und die unten genannten Ausnahmen nach Artikel 20, schlechtes Wetter eingeschlossen, gelten nicht für Artikel 18: Sie betreffen die Artikel zu Betreuung und Entschädigung, nicht Ihr Recht auf Ihr Geld.

Eine Erstattung ist nicht dasselbe wie eine Entschädigung. Artikel 18 gibt Ihnen den bereits gezahlten Fahrpreis zurück; Artikel 19 zahlt Ihnen zusätzlich einen Prozentsatz dafür, dass Sie verspätet ankamen. Hat der Beförderer Ihnen bereits erstattet, ist dieses Recht erfüllt.

Wie viel Entschädigung Sie fordern können

Die Entschädigung ist ein Prozentsatz des Fahrpreises, den Sie für den verspäteten Abschnitt gezahlt haben. Die Schwelle, die Sie überschreiten müssen, hängt davon ab, wie lange die Überfahrt planmäßig dauern sollte — eine längere Fahrt muss stärker verspätet sein, bevor sie zählt.

Entschädigung bei Verspätung nach Artikel 19, so wie unsere Prüflogik sie anwendet
Planmäßige Überfahrt25 % Ihres Fahrpreises50 % Ihres Fahrpreises
bis zu 4 Stunden1 Stunde verspätet2 Stunden verspätet
4 Stunden bis 8 Stunden2 Stunden verspätet4 Stunden verspätet
8 Stunden bis 24 Stunden3 Stunden verspätet6 Stunden verspätet
mehr als 24 Stunden6 Stunden verspätet12 Stunden verspätet

Lesen Sie eine Zeile so: Bei einer Überfahrt dieser planmäßigen Dauer müssen Sie mindestens so viel verspätet ankommen, um diesen Prozentsatz zu fordern. Diese Zahlen stammen aus denselben Regeln, die unsere Prüflogik auf Ihren Anspruch anwendet — diese Seite kann also keine Zahl nennen, die wir nicht tatsächlich verwenden.

Auf den kürzesten Überfahrten genügt also eine Ankunft 1 Stunde verspätet, um 25 % des gezahlten Preises zu fordern. Die Entschädigung wird nur auf den Fahrpreis des betroffenen Abschnitts berechnet — bei einer Hin- und Rückfahrt zählt der pünktliche Abschnitt nicht.

Wann ein Beförderer die Zahlung verweigern darf

Artikel 20 erlaubt einem Beförderer, die Entschädigung nach Artikel 19 unter bestimmten Umständen abzulehnen. Das sind keine Schlupflöcher für jede Unannehmlichkeit; der Beförderer muss darlegen, dass der Umstand tatsächlich vorlag. Beachten Sie, was diese Liste nicht berührt: Ihr Recht nach Artikel 18 auf Erstattung oder anderweitige Beförderung bei einer annullierten Fahrt übersteht all das — schlechtes Wetter eingeschlossen.

  • Weather conditions that endangered the safe operation of the ship
  • Extraordinary circumstances outside the carrier's control, which could not have been avoided even with all reasonable measures
  • You were told about the change before you bought your ticket
  • The delay was caused by the passenger

Ob einer dieser Gründe tatsächlich greift, ist eine Beurteilung, und nach der Verordnung ist es die Beurteilung des Beförderers. Wenn der von einem Beförderer angegebene Grund nach einem dieser Fälle aussieht, markieren wir den Anspruch zur Prüfung durch einen Menschen, statt Ihnen einen Erfolg zuzusagen.

Was ReFerry tut — und was nicht

Wir lesen die Störungsmeldungen, die Fährbetreiber selbst veröffentlichen, ermitteln, welche Fahrten betroffen sind, und schätzen anhand des gezahlten Fahrpreises und Ihrer Verspätung, was Ihnen die Verordnung zusprechen könnte. Anschließend stellen wir die Angaben Ihres Anspruchs zusammen, damit Sie ihn über das Entschädigungsverfahren des Beförderers einreichen können.

Sie reichen den Anspruch ein, und der Beförderer entscheidet darüber. Wir sind keine Anwaltskanzlei, wir erteilen keine Rechtsberatung, und wir verhandeln nicht mit Beförderern. Eine etwaige Entschädigung zahlt Ihnen der Beförderer direkt — sie läuft nie über uns. Unsere Schätzung ist eine Vorprüfung anhand der obigen Zahlen, keine Zusage einer Auszahlung, und der Beförderer darf aus einem der Gründe des Artikels 20 rechtmäßig ablehnen.

Sie können Ihren Anspruch jederzeit selbst und kostenlos direkt beim Beförderer geltend machen. Alles auf dieser Seite sind Informationen, mit denen Sie auch ohne uns handeln können.

Aktuelle Störungen

Fahrten, die wir derzeit verfolgen. Wenn Ihre dabei ist, können Sie Ihren Anspruch in wenigen Minuten an den obigen Schwellen prüfen.

Häufige Fragen

How much compensation can I get if my ferry is delayed?
Compensation is a percentage of the price you paid for the delayed leg, and it depends on how long the crossing was scheduled to take and how late you arrived at your final destination. On a crossing scheduled to take up to 4 hours: 25% if you arrive at least 1 hour late, and 50% if you arrive at least 2 hours late. On a crossing scheduled to take 4 hours to 8 hours: 25% if you arrive at least 2 hours late, and 50% if you arrive at least 4 hours late. On a crossing scheduled to take 8 hours to 24 hours: 25% if you arrive at least 3 hours late, and 50% if you arrive at least 6 hours late. On a crossing scheduled to take more than 24 hours: 25% if you arrive at least 6 hours late, and 50% if you arrive at least 12 hours late. These are the thresholds ReFerry checks your claim against.
How late does my ferry have to be before I can claim?
At least 1 hour on the shortest crossings, and longer on longer ones — the threshold rises with the scheduled journey length. What counts is your arrival at your final destination, not the departure delay. A ferry that leaves late but makes the time up at sea gives you no claim.
When can a ferry operator refuse to pay compensation?
Article 20 of the Regulation lets an operator refuse in specific circumstances: weather conditions that endangered the safe operation of the ship; extraordinary circumstances outside the carrier's control, which could not have been avoided even with all reasonable measures; you were told about the change before you bought your ticket; the delay was caused by the passenger. Whether one of these genuinely applies is a judgement, and it is the operator's to make. ReFerry flags a claim for human review rather than guessing when the reason the operator gave looks like one of them.
Does my ticket price affect what I get?
Yes. Compensation is calculated as a percentage of the fare for the delayed leg, not a fixed sum — so the same delay is worth more on an expensive ticket. If your booking covers a return or several legs, only the affected leg counts.
Does ReFerry claim on my behalf?
No. ReFerry detects disruptions from operators' own announcements, estimates what the Regulation may entitle you to, and prepares the details so you can file through the operator's existing compensation process. You submit the claim and the operator decides it. Any compensation is paid to you directly by the operator and never passes through us. We are not a law firm and this is not legal advice.

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